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Haifa – das Tor zum Heiligen Land

Haifa ist mit etwa 260.000 Einwohnern die größte Stadt im Norden Israels und nach Jerusalem und Tel Aviv die drittgrößte im ganzen Land. Sie liegt an der Mittelmeerküste in der historischen Provinz Galiläa an der sichelförmig geschwungenen Bucht von Haifa. Von der Küste zieht sich die Bebauung den majestätisch über der Stadt thronenden Carmel-Berg hinauf.


Geschichte von Haifa

Haifas Geschichte geht auf biblische Zeiten zurück. Die erste Siedlung an dieser Stelle datiert auf das 14. vorchristliche Jahrhundert. In der Bibel selbst findet Haifa allerdings keine Erwähnung, da damals das benachbarte Akkon bedeutender war: Anders als Haifa lag Akkon an einer windgeschützten Seite der Bucht und war daher für die Anlage eines Hafens besser geeignet, solange der Schiffverkehr auf Segelschiffen stattfand, was sich erst im 19. Jahrhundert änderte. Bis Mitte des 18. Jahrhunderts war Haifa ein Fischerdorf. Die heutige Stadt geht auf ein arabische Neugründung von 1758 zurück, als Haifa zum ersten Mal systematisch als befestige Stadt mit einem modernen Hafen angelegt wurde, der tiefer war als der in Akkon und sich daher als attraktiver erwies, als die tiefergehenden Dampfschiffe die Segelschiffe verdrängten.

Einen wichtigen Impuls erhielt die Entwicklung Haifas 1868 durch die Gründung einer Kolonie der Templer, christlicher Siedler überwiegend aus dem Süden Deutschlands, vor den Toren der Stadt. Sie gründeten eine Reihe von Handwerks- und Manufakturbetrieben, unter anderem ein Elektrizitätswerk. Nach der ehemaligen Templerkolonie wurde der Stadtteil „Deutsche Kolonie“ benannt, der sich ungefähr dort befindet, wo die Templer ihre Siedlung hatten. Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts –unter osmanischer Herrschaft- und verstärkt während der britischen Mandatszeit ab 1919 wurde Haifa die Hauptanlaufstelle für jüdische Einwanderer aus aller Welt, von denen die meisten in Haifa zum ersten Mal den Boden des „Heiligen Landes“ betraten.

Aber auch in der Geschichte einer anderen Religion, der Bahai, einer relativ jungen, im 19. Jahrhundert begründeten Religion persischen Ursprungs mit weltweit 8 Millionen Anhängern, spielt Haifa eine wichtige Rolle, denn seit 1909 befindet sich hier ihr weltweites Zentrum. Der prächtige „Schrein des Bab“ der Bahai mit seiner goldenen Kuppel, der inmitten einer eleganten, terrassenartig angelegten Gartenanlage liegt, ist auch heute noch das markanteste Gebäude der Stadt und einfester Punkt jeder Stadtbesichtigung.


Haifa

Haifa ©iStockphoto/Jacek_Sopotnicki

Sehenswürdigkeiten Haifas

Für eine Rundtour zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Haifas gibt es zwei „logische“ Startpunkte: Entweder den Hafen –denn schließlich war es der Hafen, der Haifa groß machte- oder den Berg Karmel. Wegen des grandiosen Panoramas, das sich von dort bietet, ist es aber gewiss eindrucksvoller, eine Stadtbesichtigung auf dem Carmel beginnen zu lassen. Von der Endhaltestelle des „Carmelit“, eine teils unter-, teils überirdisch verlaufenden Zahnradbahn, die von der am Hafen gelegenen Altstadt hinauf zum Carmel führt, bietet sich ein herrlicher Blick über die mit Abstand schönste Bucht der israelischen Küste.

Auf halber Höhe zwischen Berg und Hafen liegen die Bahai-Gärten mit dem „Schrein des Bab“, eine der am häufigsten besuchten Sehenswürdigkeiten Israels und vielleicht die prächtigste Parkanlage des ganzen Landes. Wenige hundert Meter von dort, um die Ben-Gurion-Straße herum, beginnt die Deutsche Kolonie. Viele der originalen Templer-Häuser sind erhalten und gut restauriert. Die Ben-Gurion-Straße ist mit vielen Restaurants und Cafés eine beliebtes Ausgehziel.

Wiederum einige hundert Meter in nordöstlicher Richtung beginnt die Altstadt, die mit ihrem mediterranen Flair besticht und sich bis zum Hafen hinunterzieht, und die mit ihrem bunten Nebeneinander jüdischer und arabischer Läden und Restaurants einen lebhaften Eindruck von der Vielfalt dieser multireligiösen Stadt gibt.

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