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Geburtskirche Jesu in Bethlehem

Die Geburtskirche in Bethlehem zählt zu den wenigen Sakralbauten aus frühchristlicher Zeit, die in Palästina erhalten sind. Bereits Kaiser Konstantin der Große ließ 335 eine Memorialkirche über der vermuteten Geburtsstätte Jesu Christi errichten. Die angebliche Geburtsstätte liegt in einer unterirdischen Grotte, die über eine Treppe zugänglich ist.


Geschichte der Geburtskirche

Der konstantinische Kirchenbau bestand aus einer 27 Meter lange Basilika mit fünf Schiffen. In einer 17 Meter breiten Apsis war eine Öffnung eingelassen, durch die man in die Geburtsgrotte blicken konnte. Von der ursprünglichen Basilika sind heute nur noch einige Mosaike erhalten, denn die Kirche wurde im 5. Jahrhundert komplett neu errichtet. Die Mosaikböden im Innenraum wurden mit Steinplatten belegt, die Ostseite der Kirche wurde erheblich vergrößert, und es wurde ein Treppenabgang zur Geburtsgrotte erbaut, so dass die Pilger nun auch die Geburtsstätte selbst betreten konnten. Die Geburtskirche wurde in ihrer Geschichte zwei Mal gründlich renoviert: Zwischen 1161 und 1169 von den Kreuzfahrern und 1670 von der griechisch-orthodoxen Kirche.

Der Erhalt der Geburtskirche gestaltete sich unter der islamischen Vorherrschaft im Heiligen Land schwierig. Eine weitere Schwierigkeit, sich auf Baumaßnahmen zu einigen ist bis heute die ökumenische Nutzung der Kirche durch armenische, griechische und römisch-katholische Christen. 1757 wurden unter Osmanischer Herrschaft den drei Konfessionen bestimmte Teile der Kirche zugesprochen: Die Griechisch-orthodoxen erhielten den Hauptaltar, die Armenier die Seitenaltäre und die Katholiken den Dreikönigsaltar und den Altar in der Geburtsgrotte. 1927 wurde die Geburtskirche durch ein Erdbeben schwer beschädigt. Die britische Mandatsverwaltung in Palästina ließ sie restaurieren und in ihrem Umfeld archäologische Ausgrabungen ausführen. 2002 wurde die Umgebung der Geburtskirche zur Schauplatz von Kämpfen zwischen israelischem Militär und palästinensischen Kämpfern der Zweiten Intifada. 2011 wurde die Aufnahme der Geburtskirche in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes beantragt.

Geburtskirche Jesu

Geburtskirche Jesu ©iStockphoto/Staselnik

Architektur der Geburtskirche

In ihrer heutigen Gestalt ist die Geburtskirche eine fünfschiffige Basilika, die über einen Narthex verfügt. Im nördlichen Chor und im Mittelschiff sind Reste von Bodenmosaiken der konstantinischen Basilika vorhanden. Die Wände der Schiffe sind mit kunstvollen Mosaiken aus der Kreuzfahrerzeit versehen. Sie zeigen Konzilien und Bibelszenen. Über das mit einer Säulengalerie versehene Langhaus gelangt man zum angrenzenden griechisch-orthodoxen Kloster und zur katholischen Katharinenkirche sowie zum Kreuzgang. Die Geburtsgrotte ist über zwei schmale Treppenabgänge zu erreichen. Der Geburtsaltar wird mit einem Silberstern markiert, rechts davon soll die Krippe gestanden haben.


Die Geburtskirche im Weihnachtszeremoniell

Die Geburtskirche ist jedes Jahr in das christliche Weihnachtszeremoniell im Heiligen Land eingebunden. Die Feierlichkeiten finden unter der Leitung des Lateinischen Patriarchen von Jerusalem statt. An der Stadtgrenze von Bethlehem wird der Lateinische Patriarch von Pfadfindergruppen empfangen und unter Dudelsackmusik zur Geburtskirche geleitet, wo er ins Franziskanerhaus Casa Nova einkehrt. Am 25. Dezember werden in der Katharinenkirche das Hochamt und die Christmette zelebriert. Dabei betritt der Patriarch über eine Verbindungstür die Geburtsgrotte, der Gottesdienst selbst findet aber nicht in der Geburtskirche statt. Die orthodoxen Kirchen begehen ihr Weihnachtsfest Anfang Januar. Dann wird das Weihnachtszeremoniell unter der Leitung des Griechischen Patriarchen wiederholt. Diesmal findet die Christmette aber in der Geburtskirche selbst statt. Zwei Tage später hält der Armenische Patriarch eine Christmette in der Geburtskirche.

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